
Definition: Above the Fold
Was bedeutet: Above the Fold
Als 'Above the Fold' wird der Bereich einer Webseite bezeichnet, der ohne Scrollen sofort im Browser sichtbar ist. In der modernen Webentwicklung mit Bricks und ACSS ist dieser Bereich kritisch für die Conversion Rate. Hier müssen die wichtigste Botschaft (H1) und der primäre Call-to-Action (CTA) platziert werden. Da Viewports variieren, sollte das Design hier besonders flexibel reagieren.
1. Die Psychologie des ersten Eindrucks
Warum ist dieser Bereich so mächtig? Studien zeigen, dass Nutzer etwa 0,05 Sekunden benötigen, um sich eine Meinung über eine Website zu bilden. Above the Fold ist kein reiner Design-Platz, sondern ein psychologischer Anker.
- Relevanz-Check: Der Nutzer fragt sich unbewusst: „Bin ich hier richtig?“
- Vertrauens-Signal: Ein professionelles Layout oben signalisiert Seriosität für die gesamte Seite.
- Orientierung: Ohne klares Versprechen im sichtbaren Bereich fehlt der Anreiz zum Scrollen.
2. Die Anatomie eines perfekten Above-the-Fold-Bereichs
Ein effektiver Header besteht meist aus einer Kombination dieser vier Elemente:
| Element | Funktion |
| Headline | Das klare Nutzenversprechen (Value Proposition). |
| Subline | Kurze Erklärung, wie das Versprechen eingelöst wird. |
| Visual | Ein Bild oder Video, das Emotionen weckt oder das Produkt zeigt. |
| CTA-Button | Die klare Anweisung, was der Nutzer tun soll (z. B. “Jetzt anfragen”). |
3. Technische Optimierung: Geschwindigkeit vor Schönheit
Im Webdesign ist Above the Fold auch ein technisches Konzept. Google bewertet die Core Web Vitals, insbesondere den LCP (Largest Contentful Paint).
- Priorisiertes Laden: Die Ressourcen im sichtbaren Bereich (Bilder, CSS) sollten zuerst geladen werden, während Inhalte weiter unten (Below the Fold) verzögert geladen werden können (Lazy Loading).
- WebP & Kompression: Bilder im Header müssen so klein wie möglich, aber so scharf wie nötig sein.
- Keine Layout-Shifts: Vermeide, dass Texte hin- und herpringen, während das Header-Bild lädt.
4. Design-Tipp: Den “Scroll-Hunger” wecken
Ein verbreiteter Mythos ist, dass Nutzer nicht scrollen. Das stimmt nicht – sie scrollen sehr wohl, aber nur, wenn sie einen Grund dazu haben.
- Der “Cut-off”: Platziere Elemente so, dass sie am unteren Bildschirmrand leicht angeschnitten sind. Das Auge möchte das Bild vervollständigen und der Finger scrollt automatisch.
- Vermeide volle Sättigung: Wenn der Hero-Bereich perfekt mit dem Bildschirmrand abschließt, wirkt die Seite oft “fertig” (False Bottom). Ein kleiner Hinweis auf den folgenden Content wirkt Wunder.
5. Mobile vs. Desktop: Zwei Welten
Above the Fold ist auf dem Smartphone ein völlig anderer Raum als am Desktop.
- Portrait vs. Landscape: Während du am Desktop Platz in der Breite hast, musst du auf dem Smartphone vertikal denken.
- Daumenzone: Der CTA-Button sollte mobil dort liegen, wo der Daumen ihn bequem erreicht, ohne dass der Rest des Inhalts verdeckt wird.
FAQ - Häufig gestellten Fragen zum Begriff: Above the Fold
Wie stelle ich sicher, dass mein wichtigster Inhalt auf allen Geräten sichtbar bleibt?
Da es keine feste „Fold-Linie“ gibt, nutzen wir Responsive Design. Dabei wird das Layout flexibel gestaltet, sodass sich die Schlüsselelemente (wie Headline und Button) automatisch an die Bildschirmgröße anpassen. Wir testen dies standardmäßig für die gängigsten Auflösungen von Smartphones, Tablets und Desktops.
Wenn Scrollen heute normal ist, ist „Above the Fold“ dann überhaupt noch relevant?
Absolut. Zwar sind Nutzer heute gewohnt zu scrollen, aber der Bereich oben ist die Eintrittskarte. Er dient als Teaser: Wenn der erste Eindruck nicht überzeugt oder die Relevanz nicht sofort klar ist, wird erst gar nicht mit dem Scrollen begonnen. Er setzt den Kontext für alles, was folgt.
Schadet ein großes Hintergrundbild (Hero Image) nicht der Ladegeschwindigkeit?
Das ist ein kritischer Punkt. Da dieser Bereich zuerst geladen wird (LCP – Largest Contentful Paint), optimieren wir Bilder hier besonders stark oder nutzen moderne Formate wie WebP. Ein langsames Laden im sichtbaren Bereich führt oft zu hohen Absprungraten, weshalb Performance hier oberste Priorität hat
Wie verhindere ich, dass Besucher denken, die Seite sei oben bereits zu Ende?
Dieses Phänomen nennt sich „False Bottom“. Wir vermeiden es durch visuelle Hinweise (Micro-Cues). Das können angeschnittene Grafiken sein, die nach unten führen, ein dezenter Scroll-Pfeil oder eine Typografie, die über den sichtbaren Rand hinausragt und die Neugier weckt, weiterzulesen.
Was ist die wichtigste Kennzahl, um den Erfolg dieses Bereichs zu messen?
Die wichtigste Kennzahl ist hier die Bounce Rate (Absprungrate) in Verbindung mit der Scrolltiefe. Wenn Nutzer die Seite sofort verlassen, ohne zu interagieren oder zu scrollen, deutet das darauf hin, dass die Botschaft oder das Design „Above the Fold“ nicht die Erwartungen erfüllt, die z. B. durch eine Anzeige oder einen Suchbegriff geweckt wurden.