2026 ist für WordPress ein besonderes Jahr. Mit Version 7.0 im Mai und Version 7.1 im August sind gleich zwei große Updates erschienen, und beide verändern spürbar, wie Websites gepflegt werden. Die meisten Artikel dazu richten sich an Entwickler. Wir schauen uns die Neuerungen aus Sicht von Unternehmen an: Was ändert sich für Sie im Alltag, was bringt Ihnen das, und worauf sollten Sie vor dem Update achten?
Das Wichtigste in Kürze
- WordPress 7.0 erschien am 20. Mai 2026. Es bringt eine zentrale Schnittstelle für KI-Dienste, eine modernisierte Verwaltung und neue Blöcke.
- WordPress 7.1 mit dem Beinamen „Mary Lou“ folgte am 19. August 2026. Schwerpunkte sind responsive Gestaltung ohne Programmierung, ein neuer Bildeditor und bessere Zusammenarbeit im Team.
- Die angekündigte Echtzeit-Zusammenarbeit, bei der mehrere Personen gleichzeitig an einem Beitrag arbeiten, ist noch nicht dabei.
- Vor jedem großen Update gilt: Backup, Test auf einer Kopie, dann erst live.
WordPress 7.0: KI-Schnittstelle und neue Verwaltung
Connectors: KI-Dienste zentral anbinden
Die wichtigste Neuerung von 7.0 läuft im Hintergrund: Mit der Connectors API gibt es erstmals eine einheitliche Schnittstelle, über die WordPress mit KI-Diensten spricht. Zum Start werden OpenAI, Anthropic Claude und Google Gemini unterstützt, die Zugangsschlüssel werden zentral verwaltet. Bisher brauchte jedes Plugin mit KI-Funktion seine eigene Anbindung und seinen eigenen Schlüssel. Seit 7.1 können sich auch weitere Anbieter anmelden.
Für Sie heißt das: KI-Funktionen wie Textvorschläge, Bildbeschreibungen oder Übersetzungen werden sich einfacher und einheitlicher in WordPress nutzen lassen. Ein Punkt bleibt wichtig: Wer Inhalte an einen KI-Dienst schickt, gibt Daten an einen externen Anbieter weiter. Prüfen Sie deshalb, welche Daten übertragen werden und ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag nötig ist. Wir sind keine Rechtsanwälte, aber diese Frage sollte vor dem Einsatz geklärt sein.
Eine modernere Verwaltung
Listen von Seiten, Beiträgen und Vorlagen basieren zunehmend auf einem neuen System namens DataViews. Die Übersichten lassen sich besser filtern und anpassen. Wer WordPress schon länger nutzt, wird sich an einigen Stellen umgewöhnen müssen.
Neue Blöcke und Sichtbarkeit je Bildschirmgröße
Im Block-Editor gibt es neue Blöcke für Breadcrumbs und Icons. Der Cover-Block unterstützt Videohintergründe, der Grid-Block passt sich besser an verschiedene Bildschirme an, und Galerien öffnen Bilder auf Wunsch in einer Großansicht. Besonders praktisch: Blöcke lassen sich jetzt je nach Bildschirmgröße ein- oder ausblenden. Dafür brauchte man bisher eigenes CSS oder ein zusätzliches Plugin.
WordPress 7.1: Responsive Gestaltung und besserer Umgang mit Bildern
Responsive Einstellungen ohne CSS
Mit 7.1 lässt sich im Editor festlegen, wie ein Block auf Smartphone, Tablet und Desktop aussieht, ohne eine Zeile Code. Die Vorschau zeigt verschiedene Bildschirmgrößen direkt während der Arbeit. Buttons können eigene Gestaltungen für Hover, Fokus und Klick bekommen. Für ein sauberes Responsive Design ist der Block-Editor damit ein gutes Stück erwachsener geworden.
Neue Blöcke: Tabs und Playlist
Der neue Tabs-Block ordnet zusammengehörige Inhalte in Reitern an, etwa Leistungspakete oder häufige Fragen. Der Playlist-Block fasst mehrere Audiodateien zusammen. Außerdem können Entwickler eigene Icon-Sammlungen für den Icon-Block registrieren.
Neuer Bildeditor und schnellere Uploads
Für den Alltag ist das vielleicht die spürbarste Verbesserung. Der neue Bildeditor bündelt Zuschneiden, Spiegeln, Drehen und das Bearbeiten von Bildangaben in einem Fenster. Bilder werden jetzt im Browser komprimiert und verkleinert, nicht mehr auf dem Server. Das entlastet gerade günstigere Hostingpakete. Neu unterstützt werden die Formate AVIF und HEIC, also auch Fotos direkt vom iPhone. Abgebrochene Uploads werden automatisch fortgesetzt, und die Mediathek lädt beim Scrollen einfach weiter.
Ein Tipp: Auch wenn WordPress jetzt mehr selbst erledigt, bleiben gut vorbereitete Bilder mit passenden Abmessungen und Alt-Texten wichtig für Ladezeit und Bilder-SEO.
Notizen für die Zusammenarbeit
Wer im Team an Texten arbeitet, kann Notizen jetzt an einzelne Textstellen hängen, nicht nur an ganze Blöcke. Mit einem @ lassen sich Kolleginnen und Kollegen erwähnen, die dann eine Benachrichtigung bekommen. Das ersetzt keine Echtzeit-Zusammenarbeit, macht Abstimmungen über Inhalte aber deutlich einfacher.
Was sich technisch ändert
Der Beitragseditor läuft jetzt für alle Themes in einem abgeschlossenen Rahmen (iframe), wie es der Website-Editor schon länger tut. Für die meisten Websites ist das unproblematisch. Ältere Plugins und eigene Blöcke können dadurch aber Darstellungsfehler im Editor bekommen. Außerdem wurde die Abilities API erweitert, die Grundlage dafür, dass KI-Assistenten und andere Programme Aufgaben in WordPress ausführen können.
Und wenn Ihre Website mit einem Page Builder läuft?
Viele Unternehmenswebsites sind nicht mit dem Block-Editor gebaut, sondern mit einem Page Builder wie Bricks oder Elementor. Dann betreffen die neuen Gestaltungsfunktionen vor allem Inhalte, die weiterhin im Block-Editor gepflegt werden, typischerweise Blogbeiträge. Von der besseren Mediathek, dem Bildeditor und der modernisierten Verwaltung profitieren Sie trotzdem.
Wichtig ist die Reihenfolge beim Update: Page Builder brauchen nach großen WordPress-Versionen oft ein eigenes Kompatibilitätsupdate. Spielen Sie WordPress deshalb erst ein, wenn Ihr Builder die neue Version offiziell unterstützt. Wie sich Bricks, Elementor und der Block-Editor generell unterscheiden, lesen Sie in unserem Vergleich der drei Optionen.
Checkliste vor dem Update
- Vollständiges Backup von Dateien und Datenbank anlegen, am besten außerhalb des Servers.
- PHP-Version prüfen. Empfohlen wird PHP 8.3. Ältere Versionen laufen zwar noch, sind aber langsamer und bekommen irgendwann keine Sicherheitsupdates mehr.
- Plugins und Theme prüfen. Im Plugin-Verzeichnis zeigt die Angabe „Getestet bis“, ob ein Plugin mit der neuen Version geprüft wurde.
- Auf einer Kopie testen. Eine Staging-Umgebung zeigt Probleme, bevor Ihre Besucher sie sehen.
- Wichtige Abläufe durchklicken: Kontaktformular, Buchung, Warenkorb und Kasse, Login.
- Erst dann live aktualisieren und die Website danach noch einmal kurz prüfen.
Auch nach den großen Versionen erscheinen regelmäßig Wartungs- und Sicherheitsupdates, die zügig eingespielt werden sollten. Warum das so wichtig ist, zeigt unser Beitrag zur kritischen Sicherheitslücke im September 2026.
Fazit: Mehr Komfort, aber Updates brauchen Sorgfalt
WordPress 7.0 und 7.1 machen das System komfortabler: KI-Dienste lassen sich sauber anbinden, responsive Gestaltung klappt ohne Code, und der Umgang mit Bildern ist deutlich einfacher geworden. Für Unternehmen lohnt sich das Update. Es sollte aber geplant und getestet passieren, gerade wenn ein Page Builder oder ein Onlineshop im Spiel ist.
Sie möchten sich um Updates, Tests und Backups nicht selbst kümmern? In unserer Website-Wartung übernehmen wir das für Sie, inklusive Test vor jedem großen Update.




